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Business Speak - Cool oder zum Kotzen?

Man könnte meinen, dass die deutsche Sprache auf dem Rückzug ist und für alles ein englischer Begriff benutzt wird. Wir sprechen von Jobs anstatt Arbeitsstelle, Shop anstatt Laden und to-do anstatt Aufgabe. Gerade in der Geschäftswelt benutzen Führungskräfte englische Ausdrücke, um überzeugender zu klingen. Aber ist es wirklich cool, ein mit Englisch vollgespicktes Deutsch zu sprechen? 

Man könnte meinen, dass es soviel besser klingt, wenn man:

  • nicht unkonventionell, sondern „outside the box“ denkt
  • etwas nicht sofort, sondern „asap geschieht und 
  • nicht fragt, welche Konsequenzen man aus etwas zieht, sondern welche „learnings“ man mitgenommen hat.

Ein Grund dafür könnte sein, dass englische Ausdrücke einfach besser klingen. Man klingt modern, wortgewandt und „simply cool“. Vielleicht ist es auch der Wunsch, so international wie möglich rüberzukommen. Schließlich gilt es als ein Gütesiegel eines Managers, wenn man erfahren, weltgewandt und mit allen Wassern gewaschen ist. Englische Begriffe scheinen da zu helfen.

Zudem hat das Deutsche auch so viele komplizierte Seiten. Wir haben viele sehr präzise Ausdrücke, die im Englischen viel großzügiger unter einem Begriff zusammengefasst sind. Man bezeichnet sich im Englischen viel schneller als Manager oder als „engineer“, auch wenn man sich strenggenommen nach deutschem Standard nicht so nennen dürfte.

Zu guter Letzt spart man sich die mühsame Übersetzungsarbeit. Jeder versteht doch, wenn man einen „call“ oder eine „deadline“ hat. Warum soll man wertvolle Zeit darauf verschwenden, in seinem Kopf die deutschen Wörter „Telefonkonferenz“ und „Frist“ zu suchen.

Aber kommt die souveräne Nutzung von englischen Begriffen wirklich so gut an? 

Die Teilnehmer/Innen, die viel damit in Berührung kommen, sind vom „Business Speak“ häufig genervt. Unter vorgehaltener Hand gibt es Einigkeit, dass nur ein bestimmter Teil von Managern versucht, mit tollklingenden englischen Ausdrücken zu beindrucken. Es handelt sich eher um die, die sich darstellen und weniger um die, die inhaltlich überzeugen wollen. Vielleicht sind es auch die, die einfach müde sind, ständig neue (oder vermeintlich neue) Ideen erklären und verteidigen zu müssen. Warum es sich nicht einfach machen und die letzte Idee oder das aktuelle Projekt in wohlklingende Phrasen verpacken? Und es wäre auch nicht verwunderlich, wenn sich der ein oder andere Manager hinter dem Management-Sprech versteckt.

Letztendlich kann man sagen, dass Business Speak nicht nur eine Frage des Stils oder des „style“ ist. Es impliziert die Fähigkeit (den „skill“) und die Bereitschaft, sich in ständig wechselnde Themen einzuarbeiten und den Inhalt (den „content“) immer wieder neu für sein Team aufzubereiten. Die Kritik innerhalb der Firma an zu viel Business Speak zielt letztendlich darauf ab, dass sich die Zuhörer nicht mitgenommen fühlen und diese sich die „Message“ mühselig zurückübersetzen müssen. Wer das im Auge behält, wird merken, wann zu viele Management-Ausdrücke darunter sind und wo man das Publikum mit einem einfach gehaltenen deutschen Satz besser abholt. 

#business #justsaying #Englisch

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